Neue Veröffentlichungen 2020

 

„Seit Pearl Harbor bin ich nirgends mehr zu Hause“. Die europäischen Filmexilanten und der Krieg im Pazifik (1941–1945).

In: Jahrbuch für Internationale Germanistik, Jg. LII/H.2, S.211 - 236.

Der Beitrag ist die überarbeitete und erweiterte Fassung meines Vortrags auf dem 4. Deutsch-Asiatischen Studientag Literaturwissenschaft: "Kriegswolken über dem Pazifik" (2018).  Nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor und dem Eintritt der USA in den Krieg, hat sich das Leben der europäischen Filmexilanten am Pazifik dramatisch verändert. Regisseure und Autoren haben sich in ihrer Filmarbeit mit dem Krieg und seinen Folgen auseinandergesetzt, zahlreiche Schauspieler haben in Filmen über den Pazifik-Krieg als Chinesen oder Japaner mitgewirkt.   

Hollywoods Holocaust-Gericht: Ein Nazi-Kriegsverbrecher vor dem „World Tribunal“: Wie der Anti-Nazi-Film „None Shall Escape“ (1943) mit dem Tabu der Holocaust-Darstellung im Kino brach und die Nürnberger Prozesse vorwegnahm.

Eine online-Veröffentlichung im FilmDienst. Das Portal für Kino und Filmkultur:

https://www.filmdienst.de/artikel/43196/none-shall-escape-der-erste-film-uber-den-holocaust

 

 

Die 'Affäre Ophüls' und die Diskriminierung jüdischer Theaterkünstler vor 1933

in: Vorstufen des Exils/Early Stages of Exile. Hrsg. von/Edited by Reinhard Andress.  Leiden-Boston 2020, S.135 - 148.

Der dem Literaturwissenschaftler und Exilforscher Egon Schwarz gewidmete Band versammelt die Vorträge der Tagung der North American Society for Exile Studies an der Loyola University Chicago vom Mai 2018, die von Reinhard Andress geleitet wurde.

In meinem Beitrag stelle ich ausführlich die bereits lange vor 1933 einsetzende Diskriminierung jüdischer Schauspieler und Regisseure im Deutschen Reich und in Österreich dar. Viele Theaterkünstler wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft an zahlreichen Theatern entlassen oder erst gar nicht engagiert, sie wurden von antisemitischen Organisationen und Parteien auch in der Öffentlichkeit und sogar in Parlamenten angegriffen und auch persönlich bedroht. Die massenhafte Vertreibung der jüdischen Künstler durch die Nationalsozialisten ab 1933 war die konsequente Fortsetzung dieser jahrelangen Diskriminierung.

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Samuel Goldwyn – nicht Metro-Goldwyn-Mayer! Eine Korrektur zum Erwerb und Betrag der Filmrechte an

Feuchtwangers Roman Simone und zu Brechts Anteil.

In: Dreigroschenheft. Informationen zu Bertolt Brecht. 27. Jg., H. 3/2020, S. 19 – 21.

= (https://www.dreigroschenheft.de/hefte-zum-download/37-hefte-zu-2020/123-heft-3-2020 )

 

Vor 75 Jahren: Premiere des Flüchtlingsfilms Die letzte Chance von Leopold Lindtberg am 26. Mai 1945

 „Das Boot ist voll!“: Mit diesem zwischen 1933 und 1945 häufig wiederholten Satz rechtfertigte die Schweizer Regierung ihre harte Abweisungspolitik gegen Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland, die aus politischen oder rassistischen Gründen verfolgt wurden. Während des Krieges wurden die Bestimmungen noch verschärft, bis zur völligen Schließung der Grenzen, trotz Kritik und Protest in der Bevölkerung. Die Angst vor Überfremdung und vor Nazi-Deutschland richtete sich gegen die Opfer des Nationalsozialismus. Das schilderte erstmals realistisch der auf wahren Begebenheiten und Schicksalen beruhende Film „Die letzte Chance“, der am 26. Mai 1945 in Zürich uraufgeführt wurde.

Eine online-Veröffentlichung bei FilmDienst Das Portal für Kino und Filmkultur:  https://www.filmdienst.de/artikel/41619/die-letzte-chance

 

„Memory of a Hero“: Ein Beethoven-Filmprojekt deutscher Exilanten gegen Hitler in Hollywood 1936-1940

Nicht erst im Beethoven-Jahr 2020 findet der deutsche Komponist großen Widerhall in anderen Künsten. So verfasste der Schauspieler Fritz Kortner 1937/38 nach seiner Emigration aus Nazi-Deutschland für das Studio Warner Bros. den Entwurf zu einer Filmbiografie über Ludwig van Beethoven. Darin sollte der Komponist als Gegenfigur zur Barbarei Napoleons erscheinen, eine Setzung mit unmissverständlichen Verweisen auf die Bedrohung des Weltfriedens durch Adolf Hitler. Eine Erinnerung an ein faszinierendes Projekt.

Eine online-Veröffentlichung bei FilmDienst Das Portal für Kino und Filmkultur: https://www.filmdienst.de/artikel/40422/beethoven-gegen-hitler

 

Vorschau auf weitere Veröffentlichungen:

 

Anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Salzburger Festspiele 2020, sollte im Jüdischen Museum Wien im April 2020 die Ausstellung "Jedermanns Juden. 100 Jahre Salzburger Festspiele" eröffnet werden. Wegen der Pandemie wurde die Ausstellung verschoben und soll  vom 5. Mai bis 24. Oktober 2021 gezeigt werden:http://www.jmw.at/de/exhibitions/jedermanns-juden-100-jahre-salzburger-festspiele

Für das Begleitbuch zur Ausstellung habe ich einen Beitrag verfasst über Max Reinhardts Inszenierungen von Karl Vollmöllers Pantomime "Das Mirakel" und das Oratorium "Weg der Verheissung/The Eternal Road" von Franz Werfel und Kurt Weill in New York 1937.

 

 Der Band 24 der von Didier Ghez herausgegebenen Buchreihe "Walt's People" ist erschienen, er enthält u.a.

mein ausführliches Interview mit der Künstlerin und Schauspielerin Fini Rudiger-Littlejohn aus den Jahren 1986 - 87. Fini Rudiger erzählt darin über ihre Jugend in Wien und Berlin, über ihre künstlerische Ausbildung an der Wiener Kunstgewerbeschule und ihre frühe Theater- und Filmkarriere in Wien und über ihre Emigration 1937 in die USA. Sie berichtet über ihre Erlebnisse erst in New York  und dann in Los Angeles, über ihre Schaufenstergestaltung und ihre Kinderbuchillustrationen und vor allem über ihre Zeit im Character Model Department im Disney Studio 1939/40.  

 

 

 

 

Vorträge 2019

 

A Midsummer Night's Dream von Max Reinhardt und William Dieterle.

Einführungsvortrag am 5. Mai 2019 im Zeughaus Kino, Berlin im Rahmen der Retrospektive Der filmende Humanist, der ersten umfassenden Werkschau der Filme von Wilhelm/William Dieterle vom 4. Mai - 30. Juni 2019 

 

Max Ophüls und Eugen Schüfftan im französischen Exil.

Vortrag im Seminar "Die Kameramänner des deutschen Filmexils 1933 - 1945" von Dr. Imme Klages (Institut für empirische Filmwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz) 18.1.2019

Der Regisseur Max Ophüls und der Kameramann Eugen Schüfftan haben trotz der schwierigen Produktiosbedingungen im Exil von 1935 bis 1940 an fünf Filmen in Frankreich und an einem Film in den Niederlanden zusammen gearbeitet. Schüfftan war in diesen Jahren Ophüls' wichtigster Mitarbeiter und hat den Stil der Filme mit seiner Kamera wesentlich mitgeprägt.

 

 

Vorträge 2018

Der Krieg im Pazifik und die europäischen Filmexilanten.

Vortrag auf dem 4. Deutsch-Asiatischen Studientag Literaturwissenschaft: "Kriegswolken über dem Pazifik". Mori-Ogai-Gedenkstätte Berlin, 7.12.2018

 

Die "Affäre Ophüls" und die Diskriminierung jüdischer Theaterkünstler vor 1933.

Vortrag auf der Konferenz "Vorstufen des Exils: irgendwo zwischen Heimat und Ankunft" der North American Society for Exile Studies (NASES) vom 18. - 19. Mai 2018 an der Loyola University Chicago. (Publikation ca. 2020 in Vorbereitung)

 

Neue Beiträge auf der Homepage 2019:

in der Rubrik Tonfilm:

2x "Der Hauptmann von Köpenick"

Dieser Beitrag ist die Einleitung zu meiner Edition der Drehbücher der beiden "Der Hautpmann von Köpenick"-Filme von 1931 und 1956 im Zuckmayer-Jahrbuch Badn 9 (2007/2008), erschienen im Wallstein Verlag, 2008.

Beide Drehbücher wurden von Carl Zuckmayer geschrieben, das Drehbuch 1931 zusammen mit seinem Freund und langjährigen Mitarbeiter Albrecht Joseph und dem Regisseur Richard Oswald, 1956 hat der REgisseur Helmut Käutner eng mit dem Autor zusammen gearbeitet. Der Beitrag schildert ausführlich die Produktions- und Rezeptionsgeschichte der beiden Filme.

 

in der Rubrik Filmexil: Personen:

Der Regisseur Joe May im amerikanischen Exil I: Joe May contra Warner Brothers. Eine exemplarische Kontroverse.

Der in Wien 1880 geborene Regisseur und Produzent Joe May musste als Jude 1933 emigrieren und wurde von dem ebenfalls exilierten Produzenten Erich Pommer engagiert das Musical "Music in the Air" in Hollywood zu inszenieren. So fuhr Joe May 1934 gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Mia May, nach Hollywood - wo May große Schwierigkeiten hatte, sich in das Studiosystem zu integrieren, wie seine Auseinandersetzungen mit Jack Warner und Hal Wallis bei den Dreharbeiten des Films "Confessions" zeigen.

 

Der Regisseur Joe May im amerikanischen Exil II: Als Regisseur bei Universal 1938-1943

Nach dem 1937 für Warner Bros. gedrehten Films "Confession" war er länger arbeitslos, erst im Dezember 1938 konnte sein Agent Paul Kohner mit Unterstützung von Henry Koster und Joe Pasternak einen neuen Vertrag für ihn bei Universal abschließen. May hat bis 1941 sechs Filme für Universal inszeniert und war bei zwei weiteren am Drehbuch beteiligt, doch blieb die Zusammenarbeit trotz des finanziellen und auch künstlerischen Erfolgs der Filme von May von Beginn an problematisch, sodass Universal ihn nicht mehr beschäftigte und May wieder ohne Vertrag war.