Vorschau auf Veröffentlichungen 2019 und 2020

 

In der Zeitschrift "Exil" (Heft 1/2019) im Exilverlag (Frankfurt) erscheint Ende 2019 mein Beitrag: Die letzte Chance: Flucht und Grenze im Exilfilm 1933 - 1945.

Dieser Beitrag ist die erweiterte Fassung meines Vortrags auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Exilforschung 2017 in Saarbrücken.
Die aus Nazi-Deutschland exilierten Drehbuchautoren und Regisseure haben sich auch auf Grund ihrer eigenen Fluchterfahrungen mehrfach in ihren Filmen mit dem Thema Flucht und Grenze auseinandergesetzt.
In ihren Filmen erscheint die Grenze für die aus politischen oder rassistischen Gründen verfolgten Flüchtlinge als die einzige und oft letzte Hoffnung, sie bedeutet Rettung vor Verfolgung und Sicherheit in einem freien Land (z.B. Österreich, Schweiz, Holland) und die Möglichkeit, den antifaschistischen Kampf von dort aus fortzusetzen. Aber die Grenze kann auch zur tödlichen Falle werden, sie wird auf der deutschen Seite von Gestapo oder Soldaten kontrolliert, die mit allen Mitteln die Flüchtlinge daran hindern, die rettende Grenze zu erreichen. Und auch wenn sie die Grenze überquert haben, sind die Flüchtlinge noch nicht in Sicherheit, denn es ist ungewiss, ob sie nicht von den Grenzern zurückgeschickt und damit den Nazis ausgeliefert werden.
Nach einer Passage durch Flucht- und Grenzsituationen in Exilfilmen aus der Sowjetunion, Großbritannien und den USA steht eine ausführliche Darstellung der Flüchtlingsfilme von Leopold Lindtberg, der in „Die letzte Chance“ (1944/45) das Schicksal einer Gruppe von Flüchtlingen geschildert hat, die verzweifelt versuchen, in die Schweiz zu fliehen, die tatsächlich die letzte Chance für unzählige Flüchtlinge war, „von denen aber viele die rettende Grenze nicht erreichen konnten, an der manche sogar noch umkehren mussten.“ (Lindtberg)

 

Anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Salzburger Festspiele 2020,

eröffnet das Jüdische Museum Wien am 25. März 2020 die Ausstellung "Jedermanns Juden. 100 Jahre Salzburger Festspiele". Das Begleitbuch zur Ausstellung enthält einen Beitrag von mir über Max Reinhardts Inszenierungen von Karl Vollmöllers Pantomime "Das Mirakel" und das Oratorium "Weg der Verheissung/The Eternal Road" von Franz Werfel und Kurt Weill in New York 1937. Weitere Informationen zur Ausstellung auf der Website des Jüdischen Museums Wien:http://www.jmw.at/

 

Im Frühjahr 2020 erscheint im Band 24 der von Didier Ghez herausgegebenen Buchreihe "Walt's People"

mein ausführliches Interview mit der Künstlerin und Schauspielerin Fini Rudiger-Littlejohn aus den Jahren 1986 - 87. Fini Rudiger erzählt darin über ihre Jugend in Wien und Berlin, über ihre künstlerische Ausbildung an der Wiener Kunstgewerbeschule und ihre frühe Theater- und Filmkarriere in Wien und über ihre Emigration 1937 in die USA. Sie berichtet über ihre Erlebnisse erst in New York  und dann in Los Angeles, über ihre Schaufenstergestaltung und ihre Kinderbuchillustrationen und vor allem über ihre Zeit im Character Model Department im Disney Studio 1939/40.  

Ebenfalls 2020 sollen die Vorträge der Tagung "Vorstufen des Exils/Early Stages of Exile"

der North American Society for Exile Studies (NASES) vom 18. - 19. Mai 2018 an der Loyola University Chicago erscheinen,mit einem Beitrag von mir: Die „Affäre Ophüls“ und die Diskriminierung jüdischer Theaterkünstler vor 1933.

 

Vorträge 2019

 

A Midsummer Night's Dream von Max Reinhardt und William Dieterle.

Einführungsvortrag am 5. Mai 2019 im Zeughaus Kino, Berlin im Rahmen der Retrospektive Der filmende Humanist, der ersten umfassenden Werkschau der Filme von Wilhelm/William Dieterle vom 4. Mai - 30. Juni 2019 

 

Max Ophüls und Eugen Schüfftan im französischen Exil.

Vortrag im Seminar "Die Kameramänner des deutschen Filmexils 1933 - 1945" von Dr. Imme Klages (Institut für empirische Filmwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz) 18.1.2019

Der Regisseur Max Ophüls und der Kameramann Eugen Schüfftan haben trotz der schwierigen Produktiosbedingungen im Exil von 1935 bis 1940 an fünf Filmen in Frankreich und an einem Film in den Niederlanden zusammen gearbeitet. Schüfftan war in diesen Jahren Ophüls' wichtigster Mitarbeiter und hat den Stil der Filme mit seiner Kamera wesentlich mitgeprägt.

 

 

Vorträge 2018

Der Krieg im Pazifik und die europäischen Filmexilanten.

Vortrag auf dem 4. Deutsch-Asiatischen Studientag Literaturwissenschaft: "Kriegswolken über dem Pazifik". Mori-Ogai-Gedenkstätte Berlin, 7.12.2018

 

Die "Affäre Ophüls" und die Diskriminierung jüdischer Theaterkünstler vor 1933.

Vortrag auf der Konferenz "Vorstufen des Exils: irgendwo zwischen Heimat und Ankunft" der North American Society for Exile Studies (NASES) vom 18. - 19. Mai 2018 an der Loyola University Chicago. (Publikation ca. 2020 in Vorbereitung)

 

Neue Beiträge auf der Homepage 2019:

in der Rubrik Tonfilm:

2x "Der Hauptmann von Köpenick"

Dieser Beitrag ist die Einleitung zu meiner Edition der Drehbücher der beiden "Der Hautpmann von Köpenick"-Filme von 1931 und 1956 im Zuckmayer-Jahrbuch Badn 9 (2007/2008), erschienen im Wallstein Verlag, 2008.

Beide Drehbücher wurden von Carl Zuckmayer geschrieben, das Drehbuch 1931 zusammen mit seinem Freund und langjährigen Mitarbeiter Albrecht Joseph und dem Regisseur Richard Oswald, 1956 hat der REgisseur Helmut Käutner eng mit dem Autor zusammen gearbeitet. Der Beitrag schildert ausführlich die Produktions- und Rezeptionsgeschichte der beiden Filme.

 

in der Rubrik Filmexil: Personen:

Der Regisseur Joe May im amerikanischen Exil I: Joe May contra Warner Brothers. Eine exemplarische Kontroverse.

Der in Wien 1880 geborene Regisseur und Produzent Joe May musste als Jude 1933 emigrieren und wurde von dem ebenfalls exilierten Produzenten Erich Pommer engagiert das Musical "Music in the Air" in Hollywood zu inszenieren. So fuhr Joe May 1934 gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Mia May, nach Hollywood - wo May große Schwierigkeiten hatte, sich in das Studiosystem zu integrieren, wie seine Auseinandersetzungen mit Jack Warner und Hal Wallis bei den Dreharbeiten des Films "Confessions" zeigen.

 

Der Regisseur Joe May im amerikanischen Exil II: Als Regisseur bei Universal 1938-1943

Nach dem 1937 für Warner Bros. gedrehten Films "Confession" war er länger arbeitslos, erst im Dezember 1938 konnte sein Agent Paul Kohner mit Unterstützung von Henry Koster und Joe Pasternak einen neuen Vertrag für ihn bei Universal abschließen. May hat bis 1941 sechs Filme für Universal inszeniert und war bei zwei weiteren am Drehbuch beteiligt, doch blieb die Zusammenarbeit trotz des finanziellen und auch künstlerischen Erfolgs der Filme von May von Beginn an problematisch, sodass Universal ihn nicht mehr beschäftigte und May wieder ohne Vertrag war.