Die religiösen Filme von Hermann/Henry Koster(litz).
(Erstpubliziert in: Deutsch-jüdisches Exil: das Ende der Assimilation? Identitätsprobleme deutscher Juden in der Emigration. Hrsg. v. Wolfgang Benz/Marion Neiss, Berlin 1994, S. 115 – 124. = Reihe Dokumente, Texte, Materialien. Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, Bd. 14)


Den im Grunde völlig unspektakulären Film ,,A Man Called Peter", den Henry Koster 1955 für 20th Century Fox inszenierte, fand der strenge Kritiker der New York Times, Bosley Crowther, ,,Surprising and extraordinary", obwohl der Film nichts erzähle als die ,,True story of the young Scottish Presbyterian minister Peter Marshall, who was named chaplain of the United States Senate shortly before he died in 1949" und nicht mehr zeige als ,,preaching of sermons" und ,,the doing of good deeds". (NYT v.1.April 1955)
Doch sei es dem Zuschauer kaum möglich, sich der Faszination der dargestellten Persönlichkeit zu entziehen, selbst wenn man deren religiöse Anschauungen nicht teile, denn ,,the warmth of sincerity that comes from him and the poetry that flows in his words carry a disarming conviction of one who is inspired with a will to good" (ebd.). Hauptverantwortlich für die magnetische Ausstrahlung des Schauspielers Richard Todd in der Rolle Peter Marshalls ist die ungewöhnliche Inszenierung der Predigten und Gebete des Geistlichen: insgesamt sechs vollständige Predigten enthält der knapp zweistündige Film, und Henry Koster hatte sich gegen die Einwände des Produzenten und des Studios mit seiner Auffassung durchgesetzt, diese Predigten ungekürzt zu zeigen. Er entwickelte ein Inszenierungs-Konzept, das auf den Redner konzentriert bleibt und Inhalt und Aussage der Predigten betont und nur signifikante Reaktionen der Zuhörer einbezieht, um die Reaktionen darzustellen und die Zuschauer im Film und die Zuschauer im Kino zu einer großen Gemeinde zu verschmelzen. Sein Konzept ging auf, wie ihm Crowther in seiner Kritik bestätigte.
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