„Das sind Lumpen, sagt meine Mutter. Sie schlagen die besten Menschen tot.“ empört sich der elfjährige Konrad Wolf über die SA-Schläger in dem 1936 in der UdSSR gedrehten antifaschistischen Film „Kämpfer“ (Regie: Gustav von Wangenheim), in dem er sich selbst spielt, „ein Kind, das in einer Familie bewusster Kommunisten heranwächst“ wie er später geschrieben hat.
Die Auseinandersetzung mit dem Faschismus wurde das Lebensthema  des Filmregisseurs Konrad Wolf (1925 – 1982) bis zu seinem letzten sechsteiligen Dokumentarfilmprojekt „Busch singt“, das er nicht mehr selbst vollenden konnte. Als Sohn des deutsch-jüdischen Schriftstellers und Kommunisten Friedrich Wolf, der 1933 von den Nazis vertrieben wurde, war er in diesen Kampf hineingeboren. Mit seinen Eltern emigrierte er 1934 nach Moskau, wo er gemeinsam mit seinem Bruder Markus aufwuchs und schon 1936 sowjetischer Staatsbürger wurde. 1945 kam er als Leutnant der Roten Armee nach Deutschland zurück, wie er zwanzig Jahre später in seinem Film „Ich war neunzehn“ geschildert hat. Nach seinem Regiestudium in Moskau kehrte er in den fünfziger Jahren endgültig in die DDR zurück und arbeitete bei der Defa, erst als Regieassistent u.a. von Kurt Maetzig bei dessen Ernst Thälmann-Film, seit 1954 als fest angestellter Regisseur. Allein zwischen 1955 und 1960 drehte Wolf fünf Filme über den Faschismus, aus denen „Sterne“ (1958) und „Professor Mamlock“ (1960) herausragen, denn in beiden Filmen die Judenverfolgung und der Völkermord im Mittelpunkt.
„Sterne“ war eine deutsch-bulgarische Ko-Produktion und Wolfs erste Zusammenarbeit mit dem bulgarischen Drehbuchautor Angel Wagenstein, den er seit seinem Filmstudium kannte. Der Film spielt 1943 in einer kleinen bulgarischen Stadt. Ein Transport griechischer Juden wird nach einem mehrtägigen Zwischenaufenthalt in einem provisorischen Sammellager von dort stationierten deutschen Soldaten - Bulgarien war mit Nazi-Deutschland verbündet -  in einen Zug nach Auschwitz verladen und in den sicheren Tod geschickt.
In „Professor Mamlock“, eine Verfilmung des 1933 von Konrad Wolfs Vater  geschriebenen Dramas, dem meistgespielten Schauspiel des Exiltheaters,  schildert Wolf den Beginn der nationalsozialistischen Judenverfolgung 1933 am Schicksal des deutsch-jüdischen Arztes und Klinikchefs Mamlock, der von den Nazis entlassen und gedemütigt, Selbstmord verübt.
In beiden Filmen konzentriert Wolf sich auf Einzelschicksale, er war davon überzeugt, „dass die großen sozialen Konflikte und Veränderungen immer mittels konkreter menschlicher Tragödien widergespiegelt werden“ wie er in einem Interview sagte.
In „Sterne“ bittet die junge griechische Jüdin Ruth durch den Stacheldraht den deutschen Unteroffizier Walter um ärztliche Hilfe für eine Frau, die im Lager ein Kind zur Welt bringt. Als er sich zunächst weigert, sagt sie zu ihm: „Ihr seid keine Menschen – wilde Tiere. Alle Deutschen sind gleich, vom ersten bis zum letzten – Wölfe – Ratten.“ Doch die Begegnung mit ihr und mit den zusammengepferchten Menschen, die nach Auschwitz transportiert werden – einer „Mühle für Menschenfleisch“ wie Walters Freund und Vorgesetzter, der jovial-brutale Leutnant Kurt erklärt - lässt Walters Gewissen erwachen. Er holt einen Arzt und stiehlt Medikamente, die bulgarische Partisanen in das Lager schmuggeln. Aber der Diebstahl wird entdeckt und Kurt zwingt die Juden, die lebensnotwendigen Medikamente wieder herauszugeben, zertritt die Chininampullen mit seinem Stiefel und bestraft die hungernden Menschen mit mehrtägigem Essensentzug. Schließlich scheitert auch Walters Vorhaben, Ruth zu befreien, der Zug nach Auschwitz entschwindet in einem Tunnel seinem Blick, er findet nur noch einen abgerissenen Judenstern im Schlamm. Walter erkennt, dass er als Einzelner nichts ausrichten kann und entschließt sich, mit den bulgarischen Partisanen zusammen zu arbeiten und ihnen Waffen zu verschaffen.
Wie die Juden in die Viehwaggons verladen, der Judenstern und der Bestimmungsort „Auschwitz“ aufgemalt werden und der Zug abfährt, zeigt Wolf zweimal, am Anfang und am Ende des Films, und nimmt damit das Scheitern der individuellen Hilfsaktion Walters vorweg. Das letzte Bild, in dem der Todeszug im dunklen Tunnel verschwindet, wird zum „Symbol für die Hölle, den Tod“  schreibt der Filmpublizist Ralf Schenk. Das gleiche Bild des dunklen Tunnels, der einen Transport mit verhafteten Juden förmlich aufsaugt, benutzt auch der Filmregisseur Peter Lilienthal, der ebenfalls als Jugendlicher aus Nazi-Deutschland exilieren musste, in seinem 1980 gedrehten Film „David“: David sieht, wie der Transport mit seinen Eltern in einem dunklen Tunnel verschwindet, weiter kann er ihnen nicht folgen, das Vernichtungslager Auschwitz, die „Mühle für Menschenfleisch“ entzieht sich einer Darstellung im Spielfilm.  
Weil die BRD ihren Alleinvertretungsanspruch geltend machte,  musste „Sterne“ 1959 in Cannes als bulgarischer Film gezeigt werden. Der Film wurde mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet, es war Wolfs internationaler Durchbruch als Regisseur. Zur selben Zeit wurde Wolf jedoch in der DDR von der SED scharf kritisiert und sein Gegenwartsfilm „Sonnensucher“ über den Uranbergbau im Erzgebirge verboten. Diese Kritik war wohl mitverantwortlich dafür, dass Wolf sich in „Professor Mamlock“ im Gegensatz zu dem bemerkenswert ideologiefernen Film „Sterne“ an die offizielle Parteidoktrin hielt und den kommunistischen Widerstand als einzige Möglichkeit zur Bekämpfung des Faschismus darstellte. Diese Perspektive war schon im Drama vorgegeben, das Konrad Wolf mit großem Respekt vor dem Werk des Vaters verfilmte, von dem er stark geprägt war und der mit ihm Anfang der 50er Jahre gemeinsame Filmpläne schmiedete, die durch Friedrich Wolfs Tod 1953 verhindert wurden. Mit einem Vorspanntext über die Todeslager, die Gaskammern und die Ermordung von sechs Millionen Juden werden die Ereignisse aus dem Jahr 1933 historisch eingeordnet. Am Schicksal des jüdischen Arztes und „deutschen Patrioten und Humanisten“ (Friedrich Wolf) zeigt der Film, wie die deutschen Juden systematisch verfolgt, entrechtet und erniedrigt wurden. Wie viele andere jüdische Deutsche damals, kann Mamlock, dargestellt von Wolfgang Heinz, der 1933 ebenso wie Friedrich Wolf aus politischen und rassistischen Gründen verfolgt und ins Exil vertrieben wurde, zunächst einfach nicht glauben, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben darf weil er Jude ist und er zum Menschen niedrigerer Rasse degradiert wird. Die dramatische Szene in der Mamlock von der SA durch die Straßen geführt wird mit der Schrift „Jude“ auf seinem weißen Arztkittel, bleibt stärker im Gedächtnis als der Selbstmord und Mamlocks Erkenntnis, dass nur der Weg seines Sohns richtig ist, der im kommunistischen Widerstand gegen den Faschismus kämpft, auch wenn Konrad Wolf den Schlussappell „Niemals vergessen“, den im Drama der jüdische Krankenpfleger Simon spricht, im Film der jungen Ärztin Inge Ruoff in den Mund legt, die sich den Kommunisten anschließen wird.
Der Kommunist Konrad Wolf, der als Leutnant der Roten Armee mithalf, Deutschland vom Faschismus zu befreien, hatte während der blutigen Kämpfe um Berlin im Mai 1945 nur einen Gedanken, wie er im fünften Teil des Filmzyklus „Busch singt“ erzählt hat: „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus.“
Erstveröffentlicht in: film-dienst H.24/2011, S.24-25 als 7. und letzte Folge der Serie Remigranten und das Anti-Nazi-Kino