„Echte, ätzende, ironisierende Kritik am Militarismus“ bescheinigte Ulrich Gregor 1955 in seiner Kritik im Filmforum der Satire Der Hauptmann und sein Held, „ein Werk des bisher unbekannten Regisseurs Max Nosseck“. Dass Nosseck damals in der BRD unbekannt war, hatte seine Gründe. Zwar war der 1902 geborene Schauspieler und Regisseur schon seit 1925 im deutschen Film tätig – aber sein letzter deutscher Film war 1932 die Komödie Es geht um Alles gewesen. Schon ein Jahr später verlor Nosseck alles, denn als deutscher Jude wurde er von den Nazis ins Exil vertrieben. Buchstäblich „öfter die Länder als die Schuhe wechselnd“ (Brecht) filmte Nosseck in den folgenden Jahren mit wechselndem Erfolg in Portugal, Spanien, Frankreich und den Niederlanden. 1939 emigrierte er weiter in die USA und drehte in New York Overture to Glory, ein Film in jiddischer Sprache mit dem Schauspieler und Kantor Moishe Oysher in der Hautprolle. In Hollywood war Nosseck als B-Picture-Regisseur vor allem mit den Gangsterfilmen Dillinger (1944) und The Hoodlum (1951) erfolgreich. Nach dem Misserfolg seiner letzten beiden amerikanischen Filme kehrte Nosseck 1955 zurück nach Deutschland. Der Produzent Arthur Brauner, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, emigrierte Filmkünstler zurück nach Deutschland zu holen, verpflichtete ihn für die Verfilmung des Theaterstücks Der Hauptmann und sein Held von Claus Hubalek, in dem der 1926 geborene Autor eigene Erfahrungen als Luftwaffenhelfer im letzten Kriegsjahr verarbeitet hatte.       
Nach einem Prolog, in dem der künftige „Held“ geboren wird, beginnt der Film 1943 mit der „freiwilligen“ Rekrutierung einer Abiturklasse für den Kriegsdienst durch einen NS-Offizier. Der Gruppendruck der Mitschüler und der Lehrer zwingt auch den schüchternen und so gar nicht kriegsbegeisterten Paul Kellermann (Jo Herbst) dazu, sich zu melden, damit seine Klasse ihr Soll an „vaterländischer Gesinnung und Opfermut hundertprozentig“ erfüllt (Verleihankündigung). Kellermann bleibt jedoch auch als Rekrut ein „eingefleischter Zivilist und gänzlich unsoldatischer Intellektueller“ (Enno Patalas). Er ist das Gegenbild zum fanatischen Militaristen und Leuteschinder Hauptmann Eisenhecker, den Ernst Schröder mit bitterbösen „George Grosz’schen Zügen“ ausstattet (Ulrich Gregor). Um den Schikanen Eisenheckers und der keineswegs kameradschaftlichen Kameraden – hier bricht der Film das Tabu des angeblichen Kameradschaftserlebnisses in der Wehrmacht - zu entkommen, setzt Kellermann seinen Namen auf eine blanko unterschriebene Verleihungsurkunde des EK II, die er zufällig in einem durch  Luftangriff verwüsteten Wehrbezirkskommando findet – und ist fortan ein Held. „Dolles Menschenmaterial“ lobt ihn nun sein Hauptmann und enthüllt damit die Unmenschlichkeit militärischen Denkens, die eben Menschen nur als Material ansieht.  
Durch Zufall entdeckt der Hauptmann den Schwindel, kann ihn jedoch nicht aufdecken, weil er selbst wegen seiner Verdienste als Ausbilder des Helden zum Major befördert und sein Held zum Offizierslehrgang befohlen wurde.
In den letzten Kriegstagen 1945 treffen Hauptmann und Held wieder aufeinander: Der inzwischen zum Leutnant beförderte Kellermann wird von Eisenhecker vor ein Kriegsgericht gestellt, weil er den Befehl, eine Stellung bis zum letzten Mann zu halten, missachtet hat, um seine Soldaten zu retten. Eisenhecker nimmt Rache und verurteilt Kellermann buchstäblich in den letzten Kriegsminuten zum Tode wegen dessen Mut zur Befehlsverweigerung, die für ihn Feigheit vor dem Feind ist. Die eindringenden amerikanischen Truppen verhindern jedoch die Vollstreckung und ein GI erbeutet von Kellermann das EK II als Souvenir für seine Tochter. Einige Jahre später: Kellermann freut sich über die Geburt seiner Tochter, weil sie nicht zum Militär muss. Als die Hebamme meint „Aber heute will doch niemand mehr Krieg“ antworten Kellermann und seine Frau aus einem Munde „Wir wollen’s hoffen.“      
Mit diesem Epilog spannte Nosseck den Bogen vom Nazi-Krieg in die Gegenwart und kritisierte den wieder erwachenden Militarismus in der BRD, die Wiederbewaffnung und die erneut eingeführte Wehrpflicht. Mit den bramarbasierenden Reden des Generals über die angeblichen Heldentaten vor Verdun blickt der Film auch zurück auf den 1. Weltkrieg und erinnert so an die verhängnisvolle Kontinuität der Rolle des Militärs in Deutschland.
Die Satire wendet sich nicht nur gegen den eindeutig als Verbrechen geschilderten Nazi-Krieg - sondern verurteilt insgesamt Militarismus und Militaristen. Trotz der karikierenden Darstellung der Militärs verfallen Darsteller und Regisseur dabei nie in billigen Klamauk. „Sein Film ist grotesk“ schrieb Ernst Schröder in seinen Erinnerungen über Max Nosseck, „und hat Jo Herbst und mir Gelegenheit gegeben, zwei beängstigend komische Typen der jüngeren deutschen Vergangenheit auf die Beine zu stellen.“
Obwohl Gregor in seiner Kritik von „Lachstürmen“ im Publikum bei einigen Szenen berichtete, war der Film nicht erfolgreich, was wohl an der Ernsthaftigkeit lag, mit der Nosseck das Thema behandelte und einen „formal durchaus ungewöhnlichen Film zustandegebracht“ hatte, der „einige echte Ansatzpunkte zur Kritik am Militarismus aufweist.“ Gregor bezweifelte allerdings, ob der deutsche Film „jemals zu einer echten Auseinandersetzung mit Kriegs-, Militär- oder nazistischer Vergangenheit gelangen wird.“ Dazu hätte Max Nosseck, der bereits 1954 mit Singing in the Dark wieder mit Moishe Oysher in der Hauptrolle einen Film über das Schicksal eines Holocaust-Überlebenden gedreht hatte, ganz sicher beitragen können. Aber nach dem geschäftlichen Misserfolg seines ersten deutschen Films nach 23 Jahren hatte er keine Gelegenheit mehr, sich nochmals mit Krieg und Nazi-Vergangenheit auseinanderzusetzen, sondern konnte nur noch einige unbedeutende Unterhaltungsfilme und mehrere Kurzfernsehspiele realisieren.
Erstveröffentlicht unter dem Titel “Menschen als Material”: Der Hauptmann und sein Held von Max Nosseck. in: film-dienst, H.17/2011 S. 17 als 3. Folge der Serie Remigranten und das Anti-Nazi-Kino