Der 1933 aus Nazi-Deutschland exilierte Schauspieler Peter Lorre war 1949 nach Europa zurückgekehrt, wo er sich in England und in Deutschland mit Lese-Tourneen mühsam durchschlug. Während eines Sanatoriumsaufenthalts in Garmisch 1950 zeigte ihm der Journalist Egon Jacobson, dessen Artikel 1931 Fritz Lang als Vorlage für M gedient hatten, eine Zeitungsmeldung: „Im Auffanglager E. D. warf sich der 43jährige Arzt Dr. Carl N. vor einen Zug. Sein Heilgehilfe, der frühere Chemiker Hannes N. aus Kattowitz, wurde mit einem Bauchschuss lebensgefährlich verletzt aufgefunden. Die Kriminalpolizei teilt mit, dass es sich auch hier wieder um Flüchtlinge mit falschen Ausweispapieren handelt.“ Daraus entwickelte Lorre unter Einbeziehung literarischer Motive einen Film, der die sozialen und psychischen Zustände schildert, die der Nährboden des Nationalsozialismus waren und mit dem Lorre hoffte, sich als Regisseur zu etablieren und eine neue Karriere zu starten.
Unterstützt wurde er dabei von dem ebenfalls aus Hollywood zurückgekehrten Produzenten Arnold Pressburger, der den Film finanzierte aus Entschädigungsgeldern für seine von den Nazis enteignete Firma Cine-Allianz. Das Drehbuch schrieb Lorre gemeinsam mit Benno Vigny und Axel Eggebrecht, mit dem er bereits vor 1933 an einem nicht realisierten Film über Kaspar Hauser gearbeitet hatte und er spielte auch die Hauptrolle.
Der Verlorene spielt in den Kriegsjahren 1943/1944 und in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Der gänzlich unpolitische Wissenschaftler Dr. Rothe (Peter Lorre) wird gegen seinen Willen zum Mörder und zum Komplizen des NS-Staats. Er tötet seine Verlobte, die seine Forschungsergebnisse verraten hat und die Geliebte seines Assistenten Hoesch (Karl John) ist, der aber Gestapo-Mann ist und Rothe heimlich überwacht. Rothe wird für seinen Mord nicht zur Rechenschaft gezogen, weil seine Forschungen für den NS-Staat kriegswichtig sind. Er kann jedoch mit seiner Schuld nicht leben und sucht vergeblich Verurteilung und Tod durch die zwanghafte Wiederholung seiner Mordtat. Schließlich vernichtet er seine Forschungsunterlagen, bei seinem Vorhaben,  Hoesch und dessen Vorgesetzten Winkler zu erschießen, wird er unfreiwillig mitschuldig daran, dass Hoesch die Widerstandsgruppe, zu der Winkler gehört, entlarvt und liquidiert. Nach einem Bombenangriff für tot gehalten versucht er, als Dr. Neumeister ein neues Leben zu beginnen und arbeitet nach dem Krieg als Arzt in einem Flüchtlingslager. Als Hoesch dort unter falschem Namen auftaucht, begreift Rothe, dass seine Flucht keine Lösung ist und konfrontiert Hoesch mit seiner Schuld. Als der ehemalige Gestapo-Mann keinerlei Einsicht zeigt und jede Sühne zurückweist, erschießt Rothe ihn und wirft sich dann selbst vor einen Zug.
Trotz einiger Probleme und Zwischenfälle bei den Dreharbeiten gelang Lorre bei seinem Regiedebut ein inhaltlich und ästhetisch ebenso radikaler wie persönlicher Film. Kein anderer deutscher Film forderte damals so konsequent eine Abrechnung mit den Schuldigen und wagte, diese Forderung von einem selbst schuldig Gewordenen zu stellen und zu vollstrecken.
In seiner Inszenierung, z.B. beim Umgang mit dem Ton oder bei der Verwendung von Spiegelbildern knüpfte Lorre deutlich an Fritz Langs M und seine eigene Darstellung des Kindermörders an. Die düstere Atmosphäre des Films wird geprägt von den an den film noir erinnernden Licht- und Schattenspielen des tschechischen Kameramanns Vaclav Vich, der in den 20er Jahren als Assistent von Otto Heller angefangen hatte.
Lorres Forderung nach Einsicht in die Schuld und Bestrafung stieß auf Unverständnis und Empörung. Zwar lobten die Kritiker die künstlerische Qualität des Films, der mit dem Prädikat „wertvoll“ ausgezeichnet wurde, 1951 einen „Bambi“ für den künstlerisch besten deutschen Film und 1952 beim Deutschen Filmpreis eine lobende Anerkennung erhielt.
Trotz dieser Auszeichnungen lehnte das Publikum diesen „düsteren, schwarz auf schwarz geätzten“ Film ab (Walter Bittermann im Rheinischen Merkur), die Kinos blieben leer und Der Verlorene verschwand nach nur zehn Tagen aus den Kinos. Nach diesem Kassenflop erhielt Lorre weder neue Regie- noch Rollenangebote, er war völlig vereinsamt und vollständig isoliert. Tief enttäuscht nahm er schließlich das Angebot des amerikanischen Special Service an, der ihm den Rückflug in die USA bezahlte als Dank für Vorführungen seines Films vor US-Soldaten: „Ich meine, wir sollten uns ein wenig schämen“ kommentierte Kurt Joachim Fischer damals Lorres neuerliche Flucht im Filmforum.
Heute gilt Der Verlorene als einer der wichtigsten filmischen Beiträge zur Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit in den 50er Jahren, der immer noch aktuell ist, solange rechtskräftig verurteilte NS-Mörder unbehelligt unter uns leben können.
Erstveröffentlicht in: film-dienst, H. 13/2011, S.15.f.  als Folge 1 der Serie Remigranten und das Anti-Nazi-Kino