Neue Beiträge in Zeitschriften/Jahrbüchern 2016:

„Grace à Max Ophuls Hitler ne peut plus dormir“: Max Ophüls‘ Radiopropaganda gegen Hitler. In: Rundfunk und Geschichte. Zeitschrift des Studienkreises Rundfunk und Geschichte e.V. Nr. 3-4, 42. Jg., S. 6 – 14.

Der 1933 nach Frankreich exilierte Theater- und Filmregisseur Max Ophüls (1902 - 1957) war im 2. Weltkrieg französischer Soldat und hat für den französischen und nach seiner Flucht in die USA auch für den amerikanischen Propaganda-Rundfunk zahlreiche Sendungen geschrieben. Berühmt geworden ist sein "Schlaflied für Hitler", das Ophüls selbst aufgenommen hatte und das seit Anfang 1940 jeden Abend über den Straßburger Sender nach Deutschland gefunkt wurde.


"Der Holocaust vor dem 'World Tribunal': None Shall Escape." In: Exilforschung. Ein internationales Jahrbuch.  Bd. 34, Exil und Shoah. München 2016, S. 302 - 322.


Der 1943 von dem aus Ungarn exilierten Regisseur André De Toth für das Columbia Studio gedrehte Film ist der einzige Spielfilm Hollywoods, der noch während des 2. Weltkriegs den Holocaust thematisierte und in dem gefordert wird, die Schuldigen vor ein internationales Gericht der Vereinten Nationen zu stellen.
Damit durchbrach der Film ein Tabu, denn der Holocaust, über den man in den USA seit 1942 gut informiert war, durfte im amerikanischen Film damals nicht behandelt werden. Die Original Story von "None Shall Escape" schrieben zwei Exilanten: der Schriftsteller Alfred Neumann und der Drehbuchautor und Produzent Joseph Than, die 1944 in dieser Kategorie für den Oscar nominiert wurden. Auf Grund zahlreicher unveröffentlichter Dokumente werden Produktion und Rezeption des Films ausführlich dargestellt.

 

 

Neue Beiträge auf der Homepage:

Exilierte Drehbuchautoren in Hollywood

Exilierte Schriftsteller und die Hollywood-Studios

"Ich bin ein solcher Antifaschist": Der Regisseur Gerd Oswald

 In der Rubrik "Filmexil - Filme und Themen" sind neu eingestellt die Beiträge "Exilierte Drehbuchautoren in Hollywood" und "Exilierte Schriftsteller und die Hollywood-Studios". Der Beitrag "über die exilierten Drehbuchautoren behandelt die Probleme und Chancen der Eingliederung der exilierten Autoren in die Hollywood-Studios. U.a. werden die Karrieren von erfolgreichen Autoren wie Walter Reisch, George Froeschel, Billy Wilder aber auch von weitgehend vergessenen Autoren wie Franz Schulz-Spencer und Paul Schiller dargestellt.

Im Beitrag über die exilierten Schriftsteller wird dargestellt, dass die Hollywood-Studios durch Ankäufe von Filmrechten und durch Drehbuchverträge ganz wesentlich zum ökonmischen Überleben zahlreicher exilierter Schriftsteller beigetragen haben und dass die Schriftsteller - ihren vielen Klagen zum Trotz - auch an zahlreichen Filmen mitgewirkt haben. 

In der Rubrik "Filmexil - Personen" ist neu eingestellt ein Beitrag über den Regisseur Gerd Oswald (1919 - 1989), der als Jugendlicher mit seinem Vater, dem Regisseur und Produzenten Richard Oswald emigrierte und in den USA 1939 sein Filmkarriere begann als Regieassistent bei dem B-picture "Hitler - Beast of Berlin" .

(Stand: Februar 2016)


 

Publikationen 2015:

Kein Ruf zurück: Fritz Kortners Remigration 1947 - 1949

In: "Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands" (Heft 2-3/September 2015)

Anhand zahlreicher bisher unpublizierter Dokumente werden die schwierige Rückkehr Kortners aus dem Exil und sein Film "Der Ruf" detailliert dargestellt. Kortner spielt in diesem Film selbst die Rolle des Professors Mauthner, der aus dem Exil in den USA zurückkehrt. In seiner Antrittsrede appelliert Kortner als Professor Mauthner an die deutsche Jugend, zu humanem Denken und Handeln zurück zu finden und die Probleme der Zukunft mit friedlichen Mitteln zu lösen. In den erhaltenen Filmkopien ist diese Rede nur in englischer Sprache erhalten - der Film wurde zweisprachig gedreht - und der deutsche Text wird hier erstmals nach Kortners Drehbuch veröffentlicht.

 

Die Vergessenen. Eine Fernsehdokumentation aus dem Jahr 1956, "die etwas bewirkt hat"

In: "Kometen des Geldes" Ökonomie und Exil. (=Exilforschung. Ein internantionales Jahrbuch 33/2015)

Mit der Fernsehdokumentation "Die Vergessenen" von Peter Adler und Peter Dreessen rief der Süddeutsche Rundfunk 1956 zu einer bundesweiten Spendenaktion für deutsch-jüdische Emigranten auf, die in Paris in ärmlichsten Verhältnissen lebten und noch immer keine Entschädigung erhalten hatten. Die Aktion erbrachte ca. 500.000 DM und der Deutsche Bundestag bewilligte als Soforthilfe weitere 1 Mio. DM, davon konnte die jüdische Selbsthilfeorganisation Solidarité des Réfugiés Israélites ein Altenheim einrichten und auch zahlreiche Wohnungen kaufen, von den heute noch 39 bestehen, die von der Selbsthilfeorganisation verwaltet werden. 

 

 

 

"Ein deutscher Dichter von einst. Felix Joachimson und seine Theaterstücke 1927 - 1935"

ist in dem neuen Band "Aspekte des deutschen Theaters im 20. Jahrhundert", hg. v. Lothar Schirmer (= Kleine Schriften der Gesllschaft für Theatergeschichte, H. 47) erschienen. Der erfolgreiche und in der Weimarer Republik vielgespielte Bühnenautor Felix Joachimson (1902 - 1992) musste 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft emigrieren und arbeitete im Exil erst als Drehbuchautor in Österreich und Ungarn, seit 1937 dann in den USA, wo er seinen Namen in Jackson änderte und als Drehbuchautor und Produzent für Film und Fernnsehen Karriere machte. In dem Beitrag werden seine heute vergessenen und nicht mehr aufgeführten Erfolgsstücke aus den 1920er Jahren und auch die aus politischen Gründen damals nicht mehr aufgeführten Werke dargestellt. 

 

 Max Ophüls: Spiel im Dasein. Eine Rückblende. Mit einem Vorwort von Marcel Ophüls und einem Nachwort von Hilde Ophüls. Herausgegeben und kommentiert von Helmut G. Asper. Berlin, 2015.

 


Publikationen 2014:

Fritz Kortners Filmarbeit im amerikanischen Exil

In dem von Armin Loacker und Georg Tscholl herausgegebenen Buch "Das Gedächtnis des Films. Fritz Kortner und das Kino", das im Filmarchiv Austria Wien zur Kortner-Retrospektive anlässlich der diesjährigen Viennale erschienen ist, ist von mir der Beitrag "'Ich habe keine Ahnung, was aus uns werden wird.' Fritz Kortner im amerikanischen Exil 1937 - 1947" veröffentlicht. Darin wird anhand zahlreicher bislang unpublizierter Dokumente aus deutschen und amerikanischen Archiven Kortners umfangreiche Tätigkeit als DRehbuchautor und als Schauspieler in Hollywood umfassend dargestellt.

 

Ein antifaschistisches Drama von Carl Zuckmayer und Fritz Kortner:

Im neuen Zuckmayer-Jahrbuch (Band 12, 2013/14) ist von mir der Beitrag erschienen: "Collaborators in Exile. Die Zusammenarbeit von Carl Zuckmayer und Fritz Kortner im amerikanischen Exil." Darin wird ausführlich anhand der Dokumente in den Nachlässen von Fritz Kortner und Carl Zuckmayer die Entstehung des bislang unpublizierten antifaschistischenTheaterstücks "Somewhere in France" geschildert, das 1941 in Washington, D.C. uraufgeführt wurde.

 

Zwei Filme gegen den Antisemitismus:

Im Sommerheft der Zeitschrift "Monatshefte für deutschsprachige Literatur und Kultur",(vol. 106, no.2, 2014) die vom Department of German der University of Wisconsin herausgegeben wird, ist ein Beitrag über zwei Filme aus den Jahren 1947/48 erschienen, die beide unabhängig voneinander den berüchtigten Ritualmordprozess von Tisza-Eszlar behandeln: "Der Holocaust im fernen Spiegel: Der Prozess von Tisza-Eszlar (1882 /1883) in den Filmen Der Prozeß und The Vicious Circle (1947/48)", p.230 - 248.

 

 Neues zu "Hangmen Also Die!":

Im Brecht-Jahrbuch 38 der International Brecht Society ist von mir ein Beitrag erschienen, in dem ich neue Dokumente zur Kontroverse zwischen Brecht und Fritz Lang veröffentlicht und die Rolle der Gemüsefrau Dvorak näher untersucht habe: “Promised to Brecht’s wife.” Die Kontroverse zwischen Bertolt Brecht, Helene Weigel und Fritz Lang über die Rolle der Gemüsefrau Dvorak in "Hangmen Also Die!" In: Distance and Proximity Nähe und Distanz.The Brecht Yearbook Das Brecht-Jahrbuch, Volume 38, 2014. Hrsg. von Theodore F. Rippey, Bowling Green, Ohio/ Madison, Wisconsin, p. 122 - 137.